27. Juli 2021
Wirtschaftsrat unterstützt Etablierung europäischer Datenräume
Wolfgang Steiger: Wir brauchen mehr Tempo beim Aufbau einer EU-weit einheitlichen Cloud-Edge-Infrastruktur, um Abhängigkeiten von den USA und China zu verringern

Der Wirtschaftsrat der CDU e.V. fordert mit Blick auf die Datenstrategie der Europäischen Union mehr Tempo beim Ausbau und der Etablierung europäischer Datenräume und unterstützt den Aufbau einer EU-weit einheitlichen Cloud-Edge-Infrastruktur. „In Abstimmung mit den zehn europäischen Partnern gibt es große Potenziale, die jetzt dringend gehoben werden müssen“, erklärt Wolfgang Steiger, Generalsekretär des Wirtschaftsrates. „Nur so können Abhängigkeiten von den USA und China verringert werden. Europa muss jetzt vor allem in der Digitalpolitik enger zusammenrücken und dringend mehr Engagement zeigen, um digitale Souveränität aufzubauen.“  

Aus Sicht des Wirtschaftsrates kann gerade Deutschland mit seiner vielfältigen Forschungs- und Innovationslandschaft – besonders auf Unternehmensseite – wesentlich zu Datenräumen in den Sektoren Industrie 4.0, Landwirtschaft, Energie, Klima- und Umweltschutz, Gesundheit und Mobilität beitragen. „Nachholbedarf besteht auf deutscher Seite vor allem bei den EU-Datenräumen Finanzen und öffentliche Verwaltung“, bilanziert Wolfgang Steiger. „Erfolgsentscheidend für alle Sektoren ist ein möglichst rascher Aufbau international wettbewerbsfähiger datenbasierter Geschäftsmodelle. Gleichzeitig sehen wir einen klaren Trend hin zu sektorübergreifenden Unternehmen. Sie werden sicherlich die besten Zukunftsaussichten haben.“

Der Wirtschaftsrat fordert, beim Aufbau eines Daten-Ökosystems die Besonderheiten der weltweit einmaligen wirtschaftlichen Struktur Deutschlands und Europas zu berücksichtigen. „Im Vordergrund sollte der Wettbewerb zur Nutzung vorhandener Datenquellen stehen und nicht der Wettlauf um den Zugang“, mahnt Wolfgang Steiger. „Nur so haben auch kleine und mittelständische Unternehmen oder Start-ups eine reelle Chance, Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, die auf große Datenmengen angewiesen sind.“  

Um mehr Unternehmen dazu zu ermutigen, ihre Daten zu teilen, sollten auch staatliche Anreize gesetzt werden. „Der Staat kann im Vergleich zu Unternehmen besser hohe und langfristige Risiken übernehmen, die bei der Investition in moderner Verwaltung und technologischem Fortschritt eine entschiedene Rolle spielen können“, erklärt Wolfgang Steiger. „Aber am Ende braucht es unternehmerische Verantwortung, um auf der Grundlage von Daten neue Geschäftsmodelle zu entwickeln.“