27. September 2021
Aus den Ländern (Niedersachsen) - Welche Rolle kann Deutschland zukünftig in der Welt und in Europa einnehmen?
Abendveranstaltung des Wirtschaftsrates Niedersachsen mit Sigmar Gabriel, Bundesaußenminister a.D. und Vorsitzender der Atlantik-Brücke e.V.
Sigmar Gabriel, ehemaliger Bundesminister und Vorsitzender der Atlantik-Brücke e.V. (Bild: Wirtschaftsrat)

Insbesondere in Zeiten des politischen Umbruchs wurden verschiedene Themen wie Klimaschutz, Digitalisierung, Planung, aber auch die Pandemie und deren Folgen zunehmend in den Blick genommen. Viele niedersächsische Unternehmen agieren international, sodass viele Probleme, aber auch Möglichkeiten für die Zukunft auf einer anderen Ebene betrachtet werden müssen. Um über diese Themen, Probleme und Möglichkeiten zu sprechen, hat der Wirtschaftsrat Niedersachsen zu einer Abendveranstaltung mit Sigmar Gabriel, ehemaliger Bundesminister und Vorsitzender der Atlantik-Brücke e.V., eingeladen.

 

Philipp Meyer, Sprecher der Sektion Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim und Mitglied im Landesvorstand, signalisierte seine Freude, Sigmar Gabriel begrüßen zu dürfen. Ebenfalls begrüßte Dr. Christian Nordholtz, Vorsitzender der Landesfachkommission Internationales und Globalisierung, Sigmar Gabriel herzlich im Namen der Landesfachkommission.

 

Sigmar Gabriel sprach an, dass die Gesellschaft zunehmend individualistischer geworden sei. Diese Veränderungen in der Gesellschaft hätten sich ebenfalls in den Wahlergebnissen der Bundestagswahl 2021 widergespiegelt. In dieser Hinsicht könnten Volksparteien nur schwer die verschiedenen gesellschaftlichen Interessen abbilden, sodass es in der Zukunft zunehmend zu Dreierkoalitionen kommen könnte. Zudem wies Sigmar Gabriel auf die mögliche Veränderung aufgrund der Grünen in der Bundesregierung hin. Es hätte sich gezeigt, dass ein Wandel im Klimaschutz notwendig sei. Eine solche Transformation könne jedoch nicht ohne Konflikte bewältigt werden. Sigmar Gabriel sei sich sicher, dass man sich solchen Konflikten stellen müsse. Ebenfalls wurde im Zuge des Klimaschutzes die Energiewende thematisiert. Er gestehe ein, dass diese als teuer einzustufen sei. Jedoch müssten Unternehmen sich an den Klimaschutz anpassen. Ihm sei klar, dass einige Herausforderungen vor uns liegen würden. Dazu gehört mitunter, dass der Klimaschutz auf internationaler Ebene vorangetrieben werden müsste. Hierbei könne Deutschland als gutes Beispiel vorangehen.

 

Weiterhin sprach der ehemalige Bundesminister von Themen wie der Digitalisierung und der Planung. Da langwierige Genehmigungsverfahren oftmals verschiedene Vorhaben verlangsamen, könnten Digitalisierung und Klimaschutz nicht adäquat vorangetrieben werden.

 

Darüber hinaus sagte Sigmar Gabriel, dass Deutschland seine Rolle in der Welt definieren müsste. Ebenfalls müsse sich Europa in der Welt neu positionieren. Europäischer Zusammenhalt sei hierbei gefragt. Im Zuge dessen sprach er zudem an, dass man sich nicht in jeder Hinsicht auf die USA verlassen könne. Das transatlantische Verhältnis sei nicht mehr das Wichtigste für die Vereinigten Staaten von Amerika.

 

Im Hinblick auf Europa und Deutschland seien insbesondere nach der Pandemie einige Dinge in den Blick zu nehmen. Dabei sei der Fokus auf den europäischen Binnenmarkt zu legen, da dieser als Erfolg der europäischen Union gesehen werden könne. Wenn Entscheidungen getroffen werden, sei es entscheidend, dass man die Welt als Ganzes, Europa sowie Deutschland betrachtet.

 

Zum Abschluss konnten die Mitglieder des Wirtschaftsrates Niedersachsen einige Fragen an Sigmar Gabriel richten. Philipp Meyer, Dr. Christian Nordholtz und Dirk Abeling, Landesgeschäftsführer des Wirtschaftsrates Niedersachsen, bedankten sich bei Sigmar Gabriel.  

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